Wirkungsvolle Therapie: Genuss

Das Nervensystem des Menschen ist hochsensibel. Es reagiert im Normalfall mit Schmerzen auf einen Reiz von außen. Bei Nervenschmerzen sind sie jedoch selbst die Ursache. Jedenfalls sind neuropathische Schmerzen, also Nervenschädigungen, ein Symptom, aber auch ein Warnsignal des Körpers, welche deine Lebensqualität stark einschränken können. Dem neuropathischen Schmerz steht der nozizeptive Schmerz gegenüber, dieser ist eine normale physiologische Reaktion auf einen externen Reiz.
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Vielseitigkeit

Genuss hat viele Facetten, und es sind oft die einfachen Dinge des Lebens, die man genießen kann und sollte, ohne dass man Geld und Luxus braucht. Sei es das bewusste Erleben von Natur, Musik, einer entspannenden Phase in einem stressigen Alltag, oder eben der Klassiker: das Essen. Es mag einfach klingen, aber gerade heutzutage ist es für viele besonders schwer, vom Stress des Alltags, ob Arbeit, Beziehung, soziale Netzwerke, oder sonstigen reizüberflutenden Faktoren bewusst einen Schritt wegzumachen, um den Moment zu genießen.
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Die Erziehung als entscheidender Faktor

Oft resultiert eine mangelnde Fähigkeit zum Genuss in der Erziehung. Glaubenssätze wie „Essen muss funktionieren, nicht schmecken“ oder „nur wer sich zu Tode rackert, ist etwas wert“ prägen, und führen zu mangelndem Einsatz für Genuss im Leben. Dabei kann Genusstraining ein erfolgreiches Mittel zur Bekämpfung von Essstörungen, depressiven Verstimmungen, psychosomatischen Erkrankungen uvm. sein.
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Der erste, der dran glauben muss: der Genuss

Die Tendenz geht in die Richtung, in stressigen Phasen zuerst auf Genuss zu verzichten. Das Essen wird, wenn überhaupt, schnell runtergeschlungen, die Natur wird von Kopfhörern mit Musik überdeckt, der jedoch auch nicht aufmerksam zugehört wird. Beim Spazieren ist das Telefon unser ständiger Begleiter, oftmals sogar in der Hand. Gegessen wird oft am Weg irgendwo hin, oftmals die schnelle Alternative zum selbst Gekochten.
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Genusstraining

Wie alles im Leben kann auch Genuss trainiert werden. Es muss nicht immer nur Krafttraining sein. Egal auf welchem Leistungsniveau du dich selbst einstufst, ob absoluter Beginner, oder überzeugter Genießer, jeder kann über sich hinaus wachsen. Basis hierfür sind 4 Punkte, Zeit, Bewusstsein, Emotionen und Bedürfnisse.
Wer genießen will, braucht Zeit- Zoom

Wer genießen will, braucht Zeit

Alles, was man lernen will, braucht Zeit. Es passiert weder von heute auf morgen noch innerhalb von ein paar Minuten. Monotasking ist hier das Stichwort. Am wichtigsten ist, in der Hektik des Alltags sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Du solltest versuchen, deinen Tag so zu strukturieren, dass du dir für die wichtigen Dinge des Lebens ausreichend Zeit nehmen können solltest. Ob es der Weg zur Arbeit ist, das Frühstück daheim, das Mittagessen im Pausenraum der Arbeit, oder das gemeinsame Abendessen mit der Familie am Esstisch. Gerade in Zeiten von Corona-Lockdowns hat die Zeit wieder mehr Stellenwert gefunden, bei manchen vielleicht etwas zu viel. Man konnte sich jedoch wieder auf viele Kleinigkeiten vermehrt konzentrieren, weil schlagartig der normale Alltag weggefallen ist.
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Bewusstes Genießen

Es kann schon manchmal schwer fallen, mit der heutigen Reizüberflutung einen geeigneten Umgang zu finden. Im Alltag vom Stress geplagt zu sein, und dadurch nicht genießen zu können, oder aber gedankenverloren Dinge tun, die einen selbst nicht weiterbringen sind beides Tätigkeiten, die sich vermutlich auf die Laune schlagen. Genießen zu trainieren bedeutet auch, seine Zeit nicht mit Sinnlosem zu vergeuden, sondern im Jetzt zu verbringen. Achtsamkeit und Bewusstsein ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Wahrnehmung der Bedürfnisse- Zoom

Wahrnehmung der Bedürfnisse

Die Kombination, Bedürfnisse und Gefühle zu verbinden, schafft Zufriedenheit. Nach einem intensiven Arbeitstag kann es schon einmal sein, dass man das Bedürfnis hat, zu entspannen, zum Beispiel mit einer heißen Dusche. Diese Gefühle und das Bedürfnis danach bewusst zu erkennen, und dies auch zu kommunizieren, vermeidet Spannungen in einer Beziehung. Würden Bedürfnisse und Gefühle nicht kommuniziert werden, verleitet das zu Interpretationen, die meist die eigene Unsicherheit, Ängste und negative Erfahrungen triggert. Sich die eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu machen, kann auch die Möglichkeit bringen, diese im positiven aufzuschieben, um Vorfreude zu schaffen.
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Die Sinne als Genussfaktor

Mit unseren Sinnen erleben wir unsere Umwelt. Dies kannst du für dein Genusstraining nutzen, um Gefühle auszulösen, und wahrzunehmen. Nichts ruft Erinnerungen und Gefühle schneller hoch, als ein bekannter Geruch. Wer kennt es nicht, im Winter an der Sonnencreme zu riechen, lässt uns in Sommerstimmung verfallen, ein flüchtiger Parfüm-Duft auf der Straße lässt an eine alte Liebe denken, der Geruch von Lebkuchen an Weihnachten. Das können wir zum Genießen nutzen, indem wir zum Beispiel beim Kochen zuerst an der Zitrone riechen, bevor wir den Fisch damit verfeinern, oder beim Spaziergang im Wald inne halten, und die verschiedenen Gerüche bewusst wahrnehmen.
Der wohl zum Genießen bekannteste Sinn ist der Geschmackssinn. Er ist wohl der am höchsten entwickelte, jedoch wird er auch oft vernachlässigt, wenn es um wirklichen Genuss geht. Langsames und bewusstes essen, ausreichend oft kauen, und sich einzig und allein auf das Essen zu konzentrieren, fördert den Geschmackssinn.
Der Sehsinn hat vor allem in Zeiten von Smartphone & Co etwas an Wert verloren. Bei Bus- und Zugfahrten, bei Autofahrten als Beifahrer, oder oft auch bei normalen Spaziergängen ist unser ständiger Begleiter oft in der Hand, und lenkt uns von der schönen Natur, den Blumen, Wäldern und grünen Wiesen ab. Er ist besonders anfällig für Reizüberflutung, und sollte nicht regelmäßig überlastet werden.
Der Hörsinn in Bezug auf Genuss ist wohl am ehesten mit der Musik verknüpft. Doch wie oft hörst du einzig und allein nur Musik? Wann konzentrierst du dich auf die einzelnen Instrumente, die Höhen, die Tiefen, oder den Bass? Es sind viele feinen Nuancen in Musik versteckt, die einen selbst einen Song ganz neu erleben lassen, wenn auf einmal das Piano im Hintergrund zu hören ist, dass man sonst nie wahrgenommen hat, weil man nebenbei noch den Abwasch oder die Wäsche gemacht hat. Auch in der Natur lohnt es sich, sich zum Beispiel auf eine Bank am Waldweg zu setzen, den Vögeln beim Singen, oder den Grillen beim Zirpen zuzuhören.
Den Tastsinn, der selten mit Negativität gekoppelt ist, kann durch bewusste Wahrnehmung von Alltagsgegenständen, zur Steigerung des Genusses verpackt in einen Sack, trainiert werden.
Der „Denksinn“ als „sechster“ Sinn ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Ob durch Lesen, hören von interessanten Vorträgen oder Podcasts, oder auch ein tiefgründiges intellektuelles Gespräch, all das fördert das Grübeln und Denken.

Der Weg zum Genuss- Zoom

Der Weg zum Genuss

Wichtig ist, sich vor Augen zu führen, dass Genuss Zeit braucht. Man muss ihn sich erlauben, aber auch bewusst in Angriff nehmen. Die Wahrnehmung des Umfeldes kann einen beträchtlichen Unterschied machen, als wenn unbewusst vor sich her gelebt wird, Genuss passiert nicht nebenbei. Er ist auch individuell, jeder und jede hat seine eigenen Präferenzen, Vorlieben und Geschmäcker. Es sind aber schon kleine Momente, die viel ausmachen, es muss nicht ausufern. Und genauso wie überall im Leben braucht man auch Pausen vom Genuss, um es dann wieder wertschätzen zu können, und Vorfreude entwickeln zu können.

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