Ödeme - Wasseransammlungen im Gewebe

Ein Ödem ist eine Schwellung aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung, die durch den Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem entsteht. Sie können am ganzen Körper auftreten oder regional begrenzt sein.
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Wie entsteht ein Ödem?

Durch Überdruck in den kleinsten Gefäßen des Körpers kommt es zum Flüssigkeitsaustritt in das umliegende Gewebe. Es sind oft harmlose Ursachen, die ein Ödem hervorrufen. Wenig Bewegung wie langes Stehen oder Sitzen, zu enge Kleidung, sowie Hitze können oft eine Schwellung, speziell an den Beinen hervorrufen. Auch in der Schwangerschaft ist es hormonbedingt sehr häufig, dass Veränderungen im Wasserhaushalt und in der Bindegewebsbeschaffenheit, sowie ein erhöhter Druck in den großen Venen im Bauchraum zu Wassereinlagerungen führen. Diese Form von Ödemen benötigen für gewöhnlich keine ärztliche Behandlung, sondern nur eine Bewusstmachung der Lebensumstände und des Lebensstils, eine Veränderung dessen, bzw. die Vermeidung von ödem-begünstigenden Faktoren.

Was kann Schwellungen verursachen?- Zoom

Was kann Schwellungen verursachen?

  • Angeborene Lymphgefäßstörungen
    • Lymphbahnen leiten die Lymphflüssigkeit ab, ist dieser Mechanismus z.B. durch Tumore oder Veränderungen der Gefäße gestört, kann dies zu Abflussschwierigkeiten führen
  • Entzündungsprozesse
    • diese sollten explizit beim Facharzt abgeklärt werden, und vor einer Behandlung ausgeschlossen werden
  • Schwellungen in Folge einer Verletzung
    • Verletzungen können zu Entzündungs- und Reparaturprozessen, und somit zu Ödemen führen
  • Chronische Venenschwäche
    • Wie erkenne ich das?
      • Geschwollene, müde oder auch schmerzende Beine sind oft ein Hinweis für eine Venenschwäche. Außerdem können kleine, bläuliche Venenzeichnungen (Besenreiser) und Hautveränderungen, wie bräunliche Pigmentierung, juckende Hautbereiche oder offene Hautstellen ein Indiz für schwache Venen sein.
  • Lipödem
    • Wie erkenne ich das?
      • Die Veränderungen am Körper treten immer symmetrisch an beiden Beinen und/oder Armen auf. Sehr auffällig ist auch der Unterschied zum Rest des Körpers, der im Normalfall nicht übergewichtig erscheint. Die Betroffenen leiden sehr oft unter schmerzhaften Schwellungen an den betroffenen Extremitäten und auch das Abnehmen an diesen Stellen ist nicht möglich.
  • Schwellung nach einer/durch eine Operation
    • Warum habe ich das?
      • Eine Schwellung im Bereich des Operationsgebietes ist normal und kommt unter anderem durch die Trennung von Lymphbahnen zu Stande. Auch die fehlende Belastung der Muskeln führt dazu, dass der venöse Blutabstrom, sowie der lymphatische Abfluss gestört ist.
      • Eine weitere Ursache können Lymphknotenentfernungen aufgrund von bösartigen Tumoren sein.
      • Hierbei werden bei der Entfernung die wichtigen Filterstationen der Lymphe entfernt oder beschädigt und in Folge dessen kann die Flüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden und es kommt zur Schwellung der jeweiligen Extremität.
    • Wie erkenne ich sie?
      • Hatten Sie vor kurzem eine Operation, könnte dadurch ein Zusammenhang bestehen, ärztliche Beratung wäre in diesem Fall ratsam
  • Schwellungen in Folge einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT)
    • Ursachen können sein
      • Lange Immobilisation (z.B. Flugzeugaufenthalt)
      • Rauchen
      • familiäre Veranlagung
      • hormonelle Veränderungen (Wechseljahre, Antibabypille)
      • Schwangerschaft
    • Wie erkenne ich sie?
      • Schmerzen im Bein/in der Hüfte
      • Druckempfindlichkeit
      • Verfärbung und Erwärmung der Haut
      • Schwellung und Spannungsgefühle
      • Krämpfe
  • Schwellungen in Folge von Organerkrankungen
    • Organerkrankungen sollten immer mit dem Hausarzt oder einem Facharzt abgeklärt werden
    • Mögliche Erkrankungen, die zu Schwellungen führen können, sind…
      • Herzkrankheiten: Symmetrisch geschwollene Beine sind oft ein Anzeichen für eine Herzschwäche, speziell des rechten Herzens.
      • Nierenerkrankungen können oft einen Eiweißmangel oder unausgewogenen Elektrolythaushalt mit Wassereinlagerungen in den Beinen verursachen.
      • Lebererkrankungen: Wassereinlagerungen im Bauch treten häufig bei Leberkrebs oder Lebermetastasen oder Leberzirrhose auf. Diese entstehen meist weil die Leber zu wenige Eiweiße produziert
      • Schilddrüsenunterfunktion: in schweren Fällen treten Schwellungen an Armen, Beinen und im Gesicht auf. Dies passiert aufgrund von Einlagerung von speziellen Kohlenhydraten, da der Stoffwechsel gestört ist
      • Nebennierenerkrankungen führen oft zu einer pathologischen Produktion des Hormons Aldosteron, welches Wassereinlagerungen im Bauch und in den Beinen hervorruft

Wann benötige ich eine Untersuchung und ärztliche Abklärung?

Die meisten Ödeme verschwinden von selbst wieder. Nach einem langen Tag an dem man viel gestanden oder im Büro viel gesessen ist, sollten die Schwellungen am nächsten Morgen wieder verschwunden sein. Diese Ödeme sind in den meisten Fällen harmlos und benötigen keine ärztliche Behandlung.
Warnsignale- Zoom

Warnsignale

  • Das Ödem hat sich nur auf einer Seite sehr rasch und stark entwickelt
  • Das Ödem verschwindet nicht und wird größer
  • Die Schwellung zeigt Entzündungszeichen, wie Schmerz oder Wärme, Rötung
  • Farbliche Änderung des betroffenen Körperteils
  • Fieber
  • Atemnot
  • Bewusstseinstrübung

Wo kann ich mich untersuchen lassen?
  • Facharzt
  • Venenspezialisten
  • Heilmasseure können Ödeme behandeln
Wie behandle ich ein Ödem?- Zoom

Wie behandle ich ein Ödem?

Wenn es sich um harmlose Wasseransammlungen handelt, können sie mit den unten genannten Tipps selbst Hand anlegen. Leiden Sie jedoch unter einer der oben genannten Erkrankungen, sprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt oder einem Spezialisten ab.
  • Bewegung: Durch die Aktivität der Muskeln kommt es zur Aktivierung der Muskelpumpe, die das Wasser über die Blutbahnen zum Herzen zurückführt
  • Tees: Brennesseltee, grüner Tee und auch Tees mit Johanniskraut eignen sich sehr gut zum Entwässern des Körpers
  • Ernährung: Reis und Kartoffeln wird nachgesagt, dass Sie eine entwässernde Wirkung haben. Auch Obst und Gemüse, wie Ananas, Erdbeere, Fenchel und Kopfsalat treiben die Flüssigkeit aus dem Körper
  • Wenig Salz: Verzichten Sie beim Kochen weitestgehend auf Salz. Sie können stattdessen mit Kräutern Abhilfe schaffen. Auch salzreiche Lebensmittel, wie salzige Knabbereien oder Fertiggerichte sollten so gut wie möglich vom Speiseplan gestrichen werden
  • Beine hochlegen
  • Durchblutungsfördernde Maßnahmen: Kneipp-Bäder mit abwechselnd warmem und kaltem Wasser halten Gefäße und Muskeln gesund. Die Durchblutung in den Füßen nimmt zu und die Venen pumpen vermehrt Blut zum Herzen zurück à die Ödem- Neigung sinkt
  • Kompression: Kompressionsstrümpfe helfen den Venen durch deren Kompression ebenfalls bei der Rückführung der Flüssigkeit zum Herzen
  • Nach Operationen und Verletzungen ist die manuelle Lymphdrainage zur Entstauung eines geschwollenen Gebiets eine sehr sinnvolle Behandlung, um den Lymphfluss und den Abtransport von auszuscheidenden Stoffen zu fördern
Was kann ich tun? Chronisch-venöse Insuffizienz- Zoom

Was kann ich tun? Chronisch-venöse Insuffizienz

  • Zu Beginn sollten Sie sich bewusst machen, ob ihr Lebensstil an der Problematik schuld sein könnte. Bewegen Sie sich genug und achten Sie auf Ihre Ernährung? Versuchen Sie regelmäßig Sport zu treiben und überschüssige Kilos zu vermeiden, denn dies begünstigt Venenschwächen.
  • Wenn die Venenschwäche schon fortgeschritten ist, können Kompressionsstrümpfe Abhilfe schaffen. Durch sie werden die Venen zusammengedrückt und der Rückstau verringert.
  • Die Abklärung durch den Arzt darf auch nicht vernachlässigt werden, um auszuschließen, dass die Krankheit schneller fortschreitet als notwendig.
    • Was kann ich tun? Lipödem
      • Die Therapie des Lipödems verhindert vor Allem das rasche Fortschreiten der Krankheit und lindern die Schmerzen, unter denen die Betroffenen leiden. Eine Kombination aus manueller Lymphdrainage, Gerätlymphdrainage, Kompressionsverbänden, Bewegungstherapie und Hautpflege hat sich als bewährte Therapiekombination herausgestellt
    • Was kann ich tun? Operation
      • Es ist vor allem wichtig, wieder in Bewegung zu kommen, um die Muskelpumpe anzuregen. Mithilfe von Physiotherapeuten wird man in dieser Zeit kompetent begleitet. Hochlagern der Beine und kühlende Umschläge fördern ebenfalls den Lymphabfluss. Eine wichtige Komponente ist auch die Manuelle Lymphdrainage mit der man mit speziellen Handgriffen versucht, das betroffene Gebiet zu entstauen.
    • Was kann ich tun? TVT
      • SSS-LLL-Regel (sitzen stehen schlecht, lieber liegen und laufen)
      • Regelmäßige Bewegung
      • Gesunde Ernährung
      • blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen

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